25. Februar 2026

Mercedes w116 besichtigt

 
Schon länger kenne ich die alte Mercedes S-Klasse Typ w116,
die „Beppo“, ein Mercedes-Verrückter aus meiner Stadt, fährt

Vor eineinhalb Jahren fotografierte ich mal den Wagen, als
meine Frau und ich zufällig daran vorbeispazierten


Es handelt sich um einen sechszylindrigen 280 SEL, also die
gleiche Motorisierung wie mein Coupé und um die 10 cm
verlängerte S-Klassen Version

Der Farbton „Anthrazit-Grau“ steht dem Wagen ausgesprochen
gut und wirkt in Verbindung mit der Colorverglasung und dem
hellen Innenraum mit Velours-Polsterung im Farbton „Pergament“
sehr stimmig und schick


In Kleinanzeigen entdeckte ich nun Beppo‘s Inserat für diesen Wagen
😮






















Neugierig und sehr interessiert telefonierte ich gestern mit Beppo
und verabredete mich mit ihm zur heutigen Besichtigung, zu der
ich mit dem 123er Coupé fuhr
😀


„Das beste Auto der Welt“ wie die Zeitschrift Auto, Motor & Sport
damals titelte, stammt aus Spanien, fuhr im Erstbesitz in Andalusien
und war dann später etwa 20 Jahre lang im Besitz einer Familie aus
Barcelona, die den Dicken nur selten fuhr, was ein durchgestempeltes
spanisches Serviceheft belegt

Die Karosserie präsentiert sich trotz meiner intensiven Suche rostfrei
und die Lackierung scheint gemäß meiner Messung mit
Lackschichtenpüfer die erste zu sein

Allerdings hat der Wagen unzählige Kampfspuren der Jahre, nicht
ein Bauteil ist frei von Kratzern oder Lackabplatzer, bis hin zu Dellen

Hier exemplarisch nur die linke Fahrzeugseite


Die Beifahrerseite offenbart Ähnliches 😕

Tja, das ist halt ein spanisches Alltagsleben nach knapp 50 Jahren 🤷🏻‍♂️

Dafür ist die Karosse ohne den sonst für die Baureihe üblichen Rostbefall

Die Velours-Innenausstattung ist noch erstaunlich gut, nicht besonders
ausgeblichen, der Stoff noch kuschelig, nicht ausgehärtet, einzig die
Hutablage löst sich in Wohlgefallen auf

Die Frontscheibe zieht an der rechten unteren Ecke Luft und deren
Dichtung ist total ausgehärtet, rissig und steht überall ab

die anschließende Probefahrt verlief richtig gut, der Wagen fährt
sehr schön, der Motor läuft seidenweich und das Getriebe
schaltet total sauber

Erstaunlicherweise arbeitet sogar noch die bei dieser Baureihe
extrem seltene Klimaanlage einwandfrei und kühlt ordentlich
🥶
Zurück von der Probefahrt berichtete Beppo, der den Wagen seit
vier Jahren besitzt, dass er seinerzeit noch einen Schlachtwagen
als Teileträger dazu kaufte, den man ebenfalls dazu haben könne

Außerdem habe er noch eine gute, gebrauchte, ebenfalls getönte
Frontscheibe und eine einwandfreie Dichtung dafür, die man
dazu bekäme

Tja, nun ist guter Rat teuer . . . 
Apropos teuer 😌 der von ihm aufgerufene Preis ist als Preisidee
zu verstehen und absolut verhandelbar

Wenn man das Auto perfekt haben möchte, sollte man ihn neu lackieren,
die Basis ist super dafür

Oder man lebt mit der Patina und ärgert sich auch nicht über künftig
eventuell weitere dazukommende Blessuren

Mir gefiel das Modell, gerade die längere Version, schon immer
und die Farbkombi von diesem SEL finde ich megaschick

Für mein Gefühl ist er noch etwas zu teuer, wenngleich man
die besonderen Extras wie Klimaanlage, Schiebedach, Colorglas
und Velourspolster in Verbindung mit guter Technik und vor
allem rostfreier Karosserie sehen muss

Und was mache ich nun? Kaufen oder lassen? 🫣


123 Schrauberei - Teil XV -

 
Auf meinen Wunsch hin schenkte mir meine Schwester zum Geburtstag
einen neuen Deckel für den in der Hutablage meines 123er Coupé
eingelassenen Verbandskasten

Ab Werk waren die Deckel in der Farbe der Innenausstattung, also bei
meinem Auto in blau, aber vermutlich war dieser ausgeblichen und
wurde irgendwann in mattschwarz lackiert




Ich baute den Verbandskasten aus . . .


. . . und demontierte den schwarzen Deckel, der von innen noch
sein ursprüngliches Blau trägt


Bei dem neuen Deckel handelt es sich um eine Reproduktion, dem
ein Erste-Hilfe Piktogramm Aufkleber-Potpourri beigelegt wurde 


Dann montierte ich den neuen Deckel und setzte den Verbandskasten
wieder in die Hutablage

Jetzt stimmt die Optik wieder 😊👍🏼




Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden 😌


18. Februar 2026

avantgardistische Instandsetzungen - Teil XVI - und HU

 
Der letzte Ölwechsel am T-Modell fand noch beim Vorbesitzer
im November 2023 und vor 11.500 Km statt

Am 15. Februar 2024, also vor exakt 2 Jahren erwarb ich dann
den Wagen mit einem Kilometerstand von 207.000 Km,
nun zeigt der Zähler 217.000 Km

Da ich Motoröle generell nur etwa 10 bis 15 Tausend Kilometer
fahre, egal welches Auto, auch wenn es sich um Longlife-Öl handelt
und der Wechselintervall werkseitig nur alle 30 T Kilometer
vorgesehen ist, wechselte ich nun das Öl des Kombis

Ich bugsierte den Benz auf die Grube und ließ das alte Öl ab



Während das Öl auslief, wechselte ich den Papier-Ölfiter
und schraubte dazu das Ölfiltergehäuse auf


Der alte Ölfiltereinsatz war augenscheinlich mehr als überfällig


Ich ersetzte die drei Gummiringdichtungen des Ölfilterhalters



Dann montierte ich das Ölfiltergehäuse mit dem neuen Filtereinsatz




Das Ölfiltergehäuse zog ich mit 22 Nm an


Nachdem ich die Ölablassschraube mit neuem Kupferdichtring versehen
und wieder eingeschraubt hatte, füllte ich 6 Liter frisches Motoröl ein


Anschließend tauschte ich den Luftfilter, sowie den Innenraumfilter


Zunächst entfernte ich den Deckel des Luftfilterkastens



Ich entnahm den Filtereinsatz



Dann saugte ich den Luftfilterkasten aus . . .


. . . setzte den neuen Filtereinsatz ein und verschraubte den Deckel wieder


Dann kam der Innenraumfilter dran


Ich hatte einen besseren Aktivkohlefilter als den bislang verbauten
normalen Papierfilter besorgt



Ich entfernte die Kunststoffabdeckung über dem Luftfilterkasten


Danach demontierte ich den Luftfilterkasten, der vor dem Gebläsemotor sitzt




Hier im Vergleich alter, normaler Papierfilter und neuer Aktivkohlefilter


Dann saugte ich den Bereich unter dem Luftfilterkasten aus . . .


. . . setzte den neuen Filter in das Gehäuse und verbaute wieder alle Komponenten


Ich hatte auch neue Zündkerzen bestellt, die ich ebenfalls montierte


Zunächst entfernte ich die Motorabdeckung



Dann löste ich die Verschraubungen der Zündspulen


Zog die Stecker ab . . .


. . . zog die Zündspulen von den Zündkerzen ab . . .




. . . und schraubte die Zündkerzen raus



Der Zustand der alten Kerzen offenbarte ein sehr gutes Brennbild



Hier Neue Zündkerze neben alter


Dann setzte ich die neuen Kerzen ein und zog sie mit 22 Nm fest


Nachdem die Zündspulen wieder eingesetzt waren, zog ich deren
Verschraubungen mit 8 Nm fest und setzte die Abdeckung drauf


Dann kümmerte ich mich um den letzten verbliebenen Mangel,
den der TÜV-Prüfingenieur festgestellt hatte, die angerosteten
hinteren Bremsleitungen


Nach entfernen des linken Hinterrads, löste ich zwei Befestigungsmuttern
der Radhausschale, bog diese vorsichtig hoch, um an den Bereich
der Bremsleitung zu gelangen, der von Korrosion befallen ist




Bereits im Herbst bei der Montage der Winterräder hatte ich die
Stellen gesehen und mit Rostumwandler behandelt, sodass sich
nun nicht unbedingt viel neuer Rost gebildet hatte, der sich leicht
mit Schmirgelpapier entfernen ließ




Dann behandelte ich die Bremsleitung mit speziellem Wachs
auf Wollfett-Basis, der den Rost umhüllt und bekämpft






Dann erfolgte die gleiche Prozedur auf der Beifahrerseite




Am nächsten Tag fuhr ich wieder zur TÜV-Prüfstelle und siehe da . . .


. . . der Prüfer war sehr zufrieden und erteilte sofort die begehrte
Plakette mit dem Befund „ohne Möngel“
😃


Jippiiiiiieeee 🤗 ich freue mich

Kapitel „HU am T-Modell“ abgeschlossen